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Tipps für die Anzucht von Pflanzen im Haus

Dieser Beitrag enthält Werbung für die Anzuchtprodukte von Tchibo

Eins vorweg – ich bin eine miserable Gärnterin ohne grünen Daumen und ich schaffe es regelmäßig Küchenkräuter eingehen zu lassen. Nur den verdammten Orangenthymian krieg ich einfach nicht tot – er kommt jedes Jahr wieder und überwuchert das Blumenkästchen. Obwohl, dieses Jahr könnte ich es geschafft haben. Während die Erdbeerenpflänzchen sprießen und sogar vom totgeglaubten Sauerampfer erste zarte Blättchen aus der Erde ragen, gucken mir beim Thymian nur vertrocknete Stiele entgegen. Aber der hat mich noch jedes Jahr veräppelt!

Was ich damit sagen möchte: ich bin vielleicht nicht gerade die geeignetste Person, um Tipps rund ums Gärtnern zu geben. Aber! Ich bin jedes Jahr voll motiviert und ich beweise, dass auch Menschen mit schwarzen Daumen, es zu einer Ernte bringen können. Und weil ich mich schon lange – also so ungefähr seit ich einen Balkon habe und das sind ja erst 8 Jahre – mal intensiver mit der An, Vor und Aufzucht von Pflänzchen für den Balkon (und/oder Garten) beschäftigen wollte, gibt es nun diesen Post. Ich bin ja eher vom Typ „einfach mal machen – wird schon was werden“. Das klappt auch, aber mit mäßigem Erfolg. Außerdem kann es nicht sein, dass ich jedes Frühjahr Unmengen an Geld in vorgezogene Jungpflanzen investiere, die dann entweder eingehen oder nie Früchte tragen. Das muss einfacher und günstiger gehen! Wie möchte ich heute mit diesem Beitrag zeigen. Der wird übrigens länger – aber ich hab brav Überschriften eingefügt und du kannst gerne Absätze überspringen oder den ganzen Artikel, wenn du eh schon Profi bist und lieber mir ein paar Tipps als Kommentar hinterlassen magst.

Ein Urban Garden – Wozu das Ganze?

Wenn ich von (m)einem kleinen Balkongarten ausgehe, muss wohl Freude und das Ausführen einer entspannenden Tätigkeit im Vordergrund liegen – rein der Ernte wegen lohnt der Aufwand kaum. Besonders wenn – wie in meinem Fall – der Balkon bzw. die Terrasse zwar groß ist, aber auf nur 1m² die Sonne scheint und der Rest so dunkel wie Mordor ist. Die Gründe für’s Gärtnern und Anbauen mögen von Person zu Person variieren. Die Gründe, die für’s Selbstziehen von Pflanzen sprechen sind eindeutig:

  • Du hast eine größere Auswahl an Saatgut als an vorgezogenen Jungpflanzen
  • Es ist günstiger (wenn man mal von der Erstanschaffung von ein oder zwei kleinen Gewächshäusern absieht)
  • Da die meisten Jungpflanzen in Plastik gesetzt sind, ist es auch besser für die Umwelt, darauf zu verzichten
  • Ausserdem hat man alles von Beginn an unter Kontrolle und weiß unter welchen Umständen die Pflanzen gewachsen sind (sprich, ohne Pflanzenschutzmitteln usw.)

Nachteile hat es aber auch: es nimmt mehr Zeit in Anspruch als gekaufte Jungpflanzen direkt ins Beet/Blumenkästen zu setzen und es nimmt für einige Wochen mitunter einiges an Platz weg im Haus. Bei mir stehen die Töpfe und Aufzuchtbehälter am Esstisch und die bereits pikierten Pflanzen am Fensterbrett.

Ausstattung & Werkzeug

Für das Vorziehen von Pflanzen benötigst du:

  • Anzuchttöpfe, die Marke Jiffy ist da besonders bekannt. Sie bestehen aus Torf und sind kompostierbar und biologisch abbaubar
  • Töpfe in verschiedenen Größen für die pikierten Pflanzen. Auch leere Plastik-Joghurtbecher eigenen sich dafür hervorragend
  • Gewächshaus und/oder Pflanzschalen zb. aus Holz mit Plastikabdeckung (für ein optimales Klima, dass das Wachstum beschleunigt)
  • Anzuchterde, selbstgemischt oder gekauft (bei den Tchibo Produkten ist Erde dabei)
  • Verschiedenes Saatgut
  • Kleine Schaufel, Schere, Pikierstab (es tut auch ein Eisstäbchen oder ähnliches)
  • Pflanzenschilder, damit du weißt wo was wächst
  • Handschuhe bei Bedarf
  • Einen hellen Standort in einem min. 20°C warmen Raum (für kaltkeimendes Saatgut ein kühles Fensterbrett mit etwa 15°C).
  • Sprühflasche zum Befeuchten, später eine Gießkanne

Welche Pflanzen?

Im Grunde kannst du dich da austoben und es mit jeder Pflanze probieren, sofern du später den Platz für die ausgewachsene Pflanze hast. Am Balkon wird’s ja schnell mal eng. Laut meiner Recherche ist es aber für Radieschen, Möhren, Erbsen und Bohnen besser, wenn sie direkt ins Freie ausgesät werden. Ich probiere gerade Erbsen vorzuziehen: bei Versuch #1 sind sie nicht gekeimt, beim gerade laufenden Versuch #2 schaut es gut aus. Erbsen an sich wachsen nämlich richtig gut am Balkon (zumindest bei mir).

Das führt mich gleich zu meinen persönlichen Tipps für Balkonpflanzen. Diese Pflanzen und Kräuter konnte ich schon einige Jahre erfolgreich pflanzen und ernten und das trotz schlechter Pflege und miserablen Bedingungen 😉

  • Erbsen
  • Erdbeeren
  • Tomaten (je nach Sorte)
  • Basilikum
  • Minze
  • Thymian
  • Rosmarin
  • Paprika
  • Gurken

Last but not least:

Kresse – Gärtnern für Dummies

Kresse ziehen kann JEDER – absolute Gelinggarantie. Sie braucht nur ein bisschen Wasser, der Rest ist quasi egal. Sie wächst einfach überall und zu jeder Jahreszeit. Jetzt wäre dann auch bald mal der perfekte Zeitpunkt gekommen, um Kresse als Geschenk für Ostern zu ziehen. Da gibt es viele schöne Ideen auf Pinterest!

Für Kresse benötigst du:

  • Samen
  • Eine Schale/Topf/Becher etc, worin sie wachsen kann.
  • Watte/Küchenpapier/Gitter oder Erde, damit die Samen feucht bleiben
  • Wasser und etwas Geduld.

Ich ziehe Kresse meistens in einem stinknormalen Blumentopf mit Erde. Jedes Mal ärgere ich mich aber darüber, dass die Erde verklumpt, mitwächst und die gewachsene Kresse verunstaltet. Küchenpapier oder Watte ist da etwas praktischer, kann jedoch schneller mal austrocknen und es wird nix mit der Kresse. Eine tolle Alternative ist die Sprossenschale mit Gittereinsatz. Die Samen werden gleichmäßig auf dem Gitter verteilt und unter fließendem Wasser durchfeuchtet. In die Schale kommt bis unter das Sieb Wasser, welches dann 2x täglich ausgetauscht wird. Bis zur Keimung nach 1-2 Tagen sollten die Kressesamen an einem dunklen Ort stehen und zb. mit einem umgedrehten Teller bedeckt werden, um nicht auszutrocknen. Sobald die Samen Wurzeln durch das Sieb geschlagen haben, werden sie 2x täglich unter fließendem Wasser vorsichtig abgespült. Ab dem 3ten Tag sollte Kresse an einem hellen Ort stehen. Nach 5 bis 10 Tagen kann die Kresse geerntet werden. Beim Sieb kann man die Sprossen einfach rausziehen und direkt essen.

Aussäen

Es gibt die Faustregel erst ab März mit der Aussaat im Haus zu beginnen, da vorher das Licht der Sonne nicht ausreichend stark ist und sich nur dünne Stängel mit fahlgrünen Blättern ausbilden (= Vergeilung). Vermeiden kann man das durch die Nutzung einer Pflanzenleuchte. Bei Tomaten, Erdbeeren und Paprika kann bereits Ende Februar mit der Anzucht gestartet werden.

Wenn du Erde, Gefäße und Saatgut bei der Hand hast, kann es auch schon losgehen. Zuerst verteilst du die Anzuchterde in den ausgewählten Gefäßen und zwar bis ca 1cm unterm Rand.

Feines Saatgut streust du am Besten in ein größeres Gefäß und vereinzelst sie dann sobald sie groß genug sind (mehr dazu unter „Pikieren und Vereinzeln“. Grobe Samen können auch direkt in einzelne Anzuchttöpfe gesetzt werden. Ob es sich bei den Samen um Dunkel oder Lichtkeimer handelt, welche Setztiefe optimal ist und weitere Informationen kannst du dem Saatgut-Tütchen entnehmen. Darauf musst du aber wirklich unbedingt achten, denn wenn du Dunkelkeimer auf die Erde streust und Lichtkeimer verbuddelst, wird’s nichts mit der Ernte!

Sobald die Samen in oder auf der Erde platziert sind, heißt es vorsichtig bewässern. Am Besten mit einer Sprühflasche, damit die sorgsam verteilten Samen nicht gleich durchs ganze Gefäß wandern. Sind die Pflanzen größer steige auf eine Gießkanne um, das geht schneller (aber vorsichtig gießen, damit die Wurzeln nicht freigespült werden!). Jetzt heißt es warten, auf Sonne hoffen und die Erde immer schön feucht halten. Staunässe aber unbedingt vermeiden, sonst fängt die Erde schnell mal zu faulen an und die Keimlinge sterben ab.

Nicht vergessen: die Aussaaten mit kleinen Pflanzenschildern kennzeichnen, damit du auch später noch weißt was dir da entgegen wächst.

Nach ein paar Tagen wird es dann spannend, die ersten zarten Spitzen zeigen sich. Nach 2-3 Wochen geht es dann zum nächsten Schritt:

Pikieren und Vereinzeln

So ein Leben im Gemeinschaftstopf mag ja schön und kuschelig sein, aber für starke Wurzeln braucht es ein eigenes Heim. Die Jungpflanzen müssen darum die WG verlassen und jede in ihr Töpfchen ziehen. Diesen Vorgang nennt man pikieren oder auch vereinzeln – so ganz verstehe ich den genauen Unterschied zwischen den Bezeichnungen nicht. Damit sich die Pflänzchen also nicht in die Quere kommen und um Wasser und Licht streiten müssen, geht’s ihnen an die Wurzeln. Diese müssen behutsam aus der Erde gelockert und neu eingesetzt werden. Dafür kann man einen Pikierstab – auch Pflanzhölzchen genannt – verwenden. Ich habe es einfach mit einem kleinen Holzmesser gemacht. Also Wurzeln lockern, Pflanze rausnehmen, Loch in die Erde des neuen Zuhause drücken, Pflanze einsetzen und vorsichtig mit Erde das Loch wieder zumachen und leicht festdrücken. Wichtig ist, dass man die Pflanze in etwa der gleichen Höhe wie vorher wieder einbuddelt.

Die Jungpflanzen sollten etwa 3-5cm hoch sein und zweiblättrig sein (siehe Bild)

Nun musst du weiter regelmäßig, aber mäßig wässern und weiter warten bis etwa Ende Mai, dann geht es ans:

Aussetzen

Nach dem letzten Nachtfrost ist es Zeit für die kleinen Schützlinge ganz auszuziehen. Lockere den Topfballen samt Pflanze aus dem Anzuchttopf und setze es in die vorhergesehene Stelle im Beet/Kasten/Topf. Abbaubare Töpfe aus Torf kannst du einfach aufbrechen und mit in die Erde eingraben. Starke Sonneneinstrahlung sollte erstmal vermieden werden, dafür gibt es eigene Schattiernetze und um Temperaturschocks zu vermeiden, gieße temperiertes Wasser zu den umgesetzten Pflanzen.

Wenn bis hierhin noch alle deine Jungpflanzen leben: Gratuliere, es kann fast nichts mehr schief gehen (oh doch!).

Gute Ernte und hab es schön!

Angie

Die von mir verwendeten Produkte findest du unter diesen Links:

Mini Gewächshaus

Großes Anzucht-Set

Anzucht-Set Sprossen

Saatgut im Jutesack (Tomaten oder Erdbeeren)

Saatkugeln

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3 Kommentare

  • Antworten
    Cookies&Style
    28. März 2017 at 07:17

    Liebe Angie,

    vielen Dank für deine tollen Tipps zum Thema Anzucht. Auch die Vorstellung der Produkte finde ich super gelungen. Du weißt ja, ich bin da ganz Feuer und Flamme für Gemüse selbst ziehen. Dieses Jahr versuche ich mich auch zum ersten Mal an den Kräutern selbst (die habe ich bisher ausschließlich gekauft).

    Alles Liebe,
    Ulli

  • Antworten
    Diana
    28. März 2017 at 15:11

    Toller Beitrag. Ich habe auch nicht unbedingt einen grünen Daumen, Rosmarin geht bei mir immer ein. Basilikum un Minze überleben. Und ich habe sogar Cocktailtomaten angebaut…und sie haben Früchte getragen. Mein Motto ist auch einfach mal machen – wird schon was werden…ich gebe die Samen jetzt im Frühling direkt im Topf und hoffen das was wird. Meistens klappt es. Geduld für was anderes habe ich nicht.
    Gestern habe ich mir auch die Sprossenschale mit Gittereinsatz gekauft. Muss mich diese Tage darum kümmern…und hoffe sieht es dann auch bei mir so wie bei dir 🙂
    LG, Diana

  • Antworten
    Tabea
    28. März 2017 at 19:56

    Genau so einen Post brauche ich gerade, denn ich wage mich mit meinen schwarzen Daumen an die Aufzucht von Kräutern und will auch noch eine Tomate für die Wohnung haben 😉

    Ich finde, gerade ohne grüne Daumen kannst du gut Tipps geben – denn was bei dir klappt, das funktioniert ja dann auch bei anderen Menschen, die alles kaputt gehen lassen, eher 🙂

    Setzlinge sind mir auch zu teuer, weswegen ich es mit Samen versuchen will, aber ich habe Angst, dass ich das nicht schaffe. Aber immerhin ist der Verlust bei Samen geringer, als wenn der Setzling eingeht… leider habe ich ja nicht mal einen Balkon und kann daher nur in meiner Mini-Wohnung züchten – aber angelblich ist sogar das möglich 🙂 Zumindest habe ich von Tomaten und Chilis gehört, mit denen es klappt. Von Basilikum rät mir meine Mama ab, weil sie meint, dass das zickig ist 😉
    Kresse klingt interessant, aber da habe ich irgendwie Angst, dass die wie Sprossen verkeimt sein kann 🙁

    Die richtige Dosis Wasser ist immer meine größte Herausforderung – ich vergesse gern mal das gießen oder erwische zu viel Wasser 🙁

    Liebe Grüße

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