Baby

{Vegan mit Baby} Meine (fast vegane) Schwangerschaft / Teil 2

Weiter geht es mit der Geschichte meiner Schwangerschaft. Teil 1 könnt ihr hier nachlesen *klick*


Meinereiner ist im 8. Monat angekommen und ähnelte mehr einem Wal. Wale sind toll, also was solls 🙂

Hochschwanger im Lieblings-Umstandskleid

Die 2 Monate vor der Geburt waren seltsam, ich war schon im Mutterschutz zu Hause und hatte massig Zeit (die ich nicht genutzt habe), mir tat aber alles weh, ich hörte mich selbst bei kurzen Anstrengungen wie eine asthmatische 80-Jährige an und ruhte mich furchtbar gerne darauf aus, schwanger zu sein. Die Zeit habe ich meistens mit Onlineshopping tot geschlagen (dabei wollte ich doch möglichst alles gebraucht für’s Baby besorgen, tja) oder damit Geburtsvideos anzuschauen oder Sachen zu lesen, die einem die Schwangerschaft und Geburt ordentlich vermiesen. Mein Tipp: Macht das nicht! Macht keinen Spaß und man kann sowieso nicht genug vorbereitet sein. Es kommt immer anders als erwartet. 

Apropos Erwartungen, was Babys betraf, hatte ich kaum welche. Ich hatte null Plan von Babys bevor ich schwanger wurde, denn ich bin mit keinen groß geworden und als Erwachsene habe ich sie auch nur aus der Ferne bewundert. Wie ticken sie, was brauchen sie, wie bekommt man sie überhaupt groß? Mir war nur klar, dass ich stillen will und lieber Stoffwindeln verwenden möchte und natürlich, dass ich meinem Kind all meine Werte mitgeben möchte. 

Erst in der Schwangerschaft nach dem Wälzen unzähliger Bücher und Foren und dem Austausch mit anderen (Öko)Mums oder Mums-to-be kristallisierte sich langsam heraus, dass ich:
lieber trage als schiebe
Windelfrei probiere
BLW statt Brei
Trösten statt schreien lasse
etc..

Lebe lieber ungewöhnlich. Mir war nur der „herkömmliche“ Weg bekannt, aber sobald ich mich ein bisschen eingelesen hatte, war ich froh, dass es auch einen anderen gibt. Intuitiv wusste ich davor schon, dass es nicht normal sein kann, ein Baby weinen zu lassen. 

In der Zeit noch ohne Baby habe ich dann schon mal fleißig am Kater geübt 😉

Der Kater muss als Babyersatz herhalten – es hat ihm gefallen!
Ein paar Wochen vor der Geburt hatte ich dann ziemlich mit Wassereinlagerungen zu kämpfen, meine Knöchel waren so dick und das war echt unangenehm. Gegen Ende der Schwangerschaft hatte ich dann 20kg mehr auf den Rippen. 

Bei einer der letzten Untersuchungen in der 36. Woche wurde festgestellt, dass ich zuviel Fruchtwasser und ein recht großes Baby habe, weshalb man mich ein zweites Mal zum Zuckerbelastungstest schickte, der aber zum Glück ohne Befund war – Schwangerschaftsdiabetes hätte mir echt noch gefehlt. Trotzdem habe ich ein wenig versucht Zucker zu reduzieren, was wirklich nicht leicht ist, wenn man gelangweilt und heißhungrig den ganzen Tag zu Hause verbringt. 

Am 26.5. war der errechnete Geburtstermin und als der Tag kam, passierte – wie zu erwarten – nichts. Meine Nerven waren die ganze Schwangerschaft über nicht die besten, aber spätestens jetzt war ich gar nicht mehr belastbar und furchtbar launisch. In den Tagen vor und nach dem Geburtstermin habe ich die meisten Menschen komplett ignoriert, ich fand es auch ehrlich gesagt ziemlich unhöflich, dass ich tagtäglich von all möglichen Leuten via Telefon oder SMS gefragt wurde, ob denn das Kind endlich da sei. Handy aus, lassts mich doch einfach alle in Ruhe! Mein Tipp: sagt so wenig Leuten wie möglich den genauen Termin, dann habt ihr mehr Ruhe.

An dieser Stelle muss ich mich wirklich bei meiner Schwester bedanken, die all meine Launen mit einem Lächeln ertragen hat und mir zum Schluss auch alle nervigen Fragen von Verwandten, Kollegen und Freunde abgenommen hat (natürlich gilt das auch für meinen Liebsten, aber der liest meinen Blog ja nie, darum kriegt er keinen virtuellen Dank 😉

Ab dem Tag des errechneten Termines musste ich alle 2-3 Tage zum CTG, was meiner Laune nicht zuträglich war, das fanden Baby und ich so richtig nervig. Ab ET+7 Tage wurden mir diverse Hausmittel verordnet: Wehentee mit Zimt und Ingwer, Nelkentampons, Spaziergänge, Bauchmassagen mit ätherischen Ölen und zu guter Letzt, der Wehencocktail mit Rizinusöl. Rizinusöl ist mein Unwort des Jahres, nein was sag ich, des Jahrzehnts mindestens! 

Leider half nichts davon und bei ET+10 musste ich zur Einleitung ins Krankenhaus (muss ist aber relativ, natürlich kann man sich auf eigene Gefahr auch dagegen entscheiden). M. begleitete mich zum Glück (er war sich die ganze Schwangerschaft über nämlich nicht sicher, ob er bei der Geburt dabei sein wollte). Da Warten nie meine Stärke war, war ich eigentlich froh über die Einleitung, hatte aber auch Angst, da ich gelesen und gehört hatte, dass eingeleitete Wehen schmerzhafter sein sollen.

Nun, ich kann das nicht bestätigen, ich hatte kaum Wehen und die dich ich hatte waren harmlos. 
Von der Geburt an sich schreibe ich das nächste Mal, der Post wird sonst viel zu lange 🙂


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Keine Kommntare

  • Antworten
    Kathrin
    3. Dezember 2014 at 13:47

    Ich liiiiiebe deine Babyposts und finde es einfach so spannend deine Erfahrungen aus der Sicht einer veganen Mami zu hören! Vielen Dank dafür!

  • Antworten
    Natalie
    3. Dezember 2014 at 20:16

    Hey, ich finde die Babyposts auch ganz toll! Eine Frage habe ich noch: Was genau bedeutet BLW?
    Ich finde das Trage-Foto mit der Katze übrigens fantastisch 🙂

  • Antworten
    skimmia
    5. Dezember 2014 at 08:45

    Wiedermal ein echt schöner Post! Danke.

    lg Irene

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