Baby

{Vegan mit Baby} Die Geburt

Es ist gerade ein bisschen babylastig am Blog, am Montag wurde der Bub schon 6 Monate (klick) und ich schreibe jetzt erst von seiner Geburt. Über die Schwangerschaft könnt ihr hier nachlesen: Teil 1 / Teil 2. Nun aber zum eigentlichen Thema: 

Nachdem 10 Tage nach dem errechneten Geburtstermin immer noch kein Baby in Sicht war, ging ich ins Krankenhaus zur empfohlenen Einleitung. Los ging es Donnerstagabend mit Prostaglandingel. Wir verbrachten die Nacht in einem Untersuchungszimmer im Kreissaalbereich. Das war fast wie in einem Hotel und eigentlich ganz nett, wären da nicht die schreienden Frauen neben an gewesen. Ich glaube, als ich die erste Frau ca. 1h lang brüllen hörte, war meine Zuversicht bezüglich einer schönen und schmerzfreien Geburt dahin. Ich plädiere sehr für schalldichte Kreiszimmer!

Die ganze erste Nacht hindurch hatte ich alle 15min ganz leichte Wehen, die mir den Schlaf raubten. Gegen 4 Uhr morgens bekam ich die 2te Ladung Gel verabreicht und die Info, dass wenn sich in den nächsten 6 Stunden nichts tut, könnten wir den Tag zu Hause verbringen. So passierte es dann auch.

Zu Hause machten wir uns einen entspannten Tag und holten Schlaf nach. Die Wehen waren wieder komplett weg. Um 8 Uhr morgens am Samstag mussten wir zurück ins Krankenhaus.

Wieder wurde mir das Gel verabreicht. Wir schlugen Zeit tot mit Spazierengehen, Zeitung lesen und einfach nur rumsitzen. Mittags meinte die Hebamme vom Dienst es wäre doch eine gute Idee nochmal Rizinusöl zu versuchen (nein, war es nicht). Um 16h bekam ich wieder eine Ladung Gel und etwa zeitgleich wirkte das Rizinus. Bauchkrämpfe, Durchfall und Wehen zusammen sind gar nicht mal so witzig, muss ich wiederholen, dass Rizinus mein Unwort des Lebens ist? (M. Unwort ist übrigens CTG – das ist auch eine wirklich nervige Sache und das alle 1,5h bzw. Sonntags hing ich pausenlos dran).

Wir hofften, dass wir die Nacht und den nächsten Tag zu Hause verbringen durften, beinahe hatte ich die Ärztin so weit ihr ok zu geben, „blöderweise“ ist dann die Fruchtblase gesprungen (so gegen 10 Uhr abends). Ich hab mich die ganze Schwangerschaft über davor gefürchtet, nicht mitzubekommen, wenn meine Blase springt, völlig unbegründet. Ich kann versichern das merkt man, das kann man nämlich nicht halten, ich hab mich wie ein Sturzbach gefühlt 🙂 
Am Wehentropf
Wieder eine Nacht im Krankenhaus, wieder kaum Schlaf und schreiende Nachbarinnen. 2x wurde ich an einen Antibiotikatropf gehängt, da das Infektionsrisiko steigt, sobald die Fruchtblase offen ist. Sonntag morgen wurde ich dann an den Wehentropf gehängt, um die Wehen zu verstärken. Am Tag 4 der Einleitung war mein Muttermund erst bei 3cm (auf 10cm muss er aufgehen). Es war zermürbend. Die Hebamme vom Dienst am Sonntag griff nochmal zu allen Hausmittelchen (ohne Rizinus!) Bachblüten, Massage, Akkupunktur. Nachmittags schlug sie vor eine PDA zu probieren, falls ich mich gegen die Wehenschmerz mental wehre und deswegen nichts weiterging (halte ich für unwahrscheinlich, dass das der Grund war). Ich wurde in ein Kreiszimmer verlegt, endlich sah ich das auch mal von innen. Der Anästhesist legte die PDA (gar nicht so schlimm), nach 20min spürte ich die Wehen immer noch. Darauf wurde die PDA ein zweites Mal gesetzt, da sie beim ersten Mal wohl nicht richtig saß. Dieses Mal wirkte sie augenblicklich – ich war ja noch nie auf Drogen, aber so in etwa stelle ich es mir vor, es war so entspannend – die Schmerzen waren weg. 

Gegen 17 Uhr wurde uns gesagt, dass sie bald für den Kaiserschnitt vorbereiten müssen (denn 24h nach dem Blasensprung muss das Kind zur Welt kommen), falls sich nicht bald was tut. Zu dem Zeitpunkt war ich – obwohl ich wirklich keinen Kaiserschnitt wollte – schon froh darüber und fragte mich, auf was sie eigentlich noch warten, es tat sich ja einfach nichts. Um ca 18:30 wurde ich nochmal untersucht, die Ärztin meinte, ihrer Meinung nach ist der Muttermund sogar wieder mehr zugegangen. Die OP stand somit fest. Ich war eigentlich nur erleichtert, dass es nun bald vorbei sein würde und mein Baby endlich auf der Welt. Erstaunlicherweise hatte ich überhaupt keine Angst und war total gelassen. 

Ich wurde noch im Kreiszimmer vorbereitet, also umgezogen und dann in den ersten Stock des Krankenhauses verlegt. M. zog sich für den OP um und stieß erst wieder zu mir, als ich schon angeschnallt am Tisch lag. Dort wurde mir echt übel – am Rücken liegen habe ich hochschwanger gar nicht mehr vertragen. Der Anästhesist spritzte mir etwas dagegen und die Sauerstoffmaske half auch gut. Der Schnitt wurde gesetzt, nachdem überprüft wurde, ob ich noch Schmerzen spürte. Der Kaiserschnitt ging schnell, ein paar Minuten, viel Rumwerklen in und an mir (es tut nicht weh, aber es zieht und fühlt sich merkwürdig an) und dann war der Mampfred auch schon da!
Ich sah ihn nur kurz, als ihn mir die Hebamme zum Gesicht hielt. Dann wurde er nebenan untersucht und versorgt. In der Zwischenzeit wurde mit dem Zunähen begonnen, was ca. 20min dauerte. Mein Baby sah ich eingewickelt kurz nochmal und ich kann total schwer beschreiben, wie sich das angefühlt hat. Ich war glücklich, erleichtert, aber wenig gerührt. Ein Bonding, so ich mir das gewünscht hatte, war nicht möglich, es war überhaupt alles anders als erwartet, aber im Endeffekt war es mir egal, ob sich meine Erwartungen und Wünsche erfüllt hatten oder nicht, mein Sohn war da, gesund und wunderschön.

Nach ein paar Minuten wurde er ins Säuglinszimmer gebracht und weiter versorgt, sein Papa blieb bei ihm, während ich wartete, dass die OP vorbei ging. Die Ärzte und Schwestern unterhielten sich währenddessen übers Essen, Sport und Wochendenausflüge. Die Situation war surreal, eigentlich hätte ich es unsensibel finden können, wie sich das OP-Team unterhielt und mich mehr oder weniger ignorierte. Aber ich war ganz damit beschäftigt, mich als Mutter zu fühlen. Vergessen waren die Tage der Warterei, die Verzweiflung und Zweifel, ob es vielleicht einfach noch nicht an der Zeit war, für meinen Sohn zur Welt zu kommen.

Im Aufwachzimmer konnten wir dann kurz danach das Bonding nachholen und das erste Mal stillen, es war wunderschön und hat für alle Sorgen und Schmerzen entschädigt! 

Ich kann nicht sagen, ob es die richtige Entscheidung war, eine Einleitung vornehmen zu lassen, vielleicht wäre es ein paar Tage später von alleine los gegangen. Aber gerade in der ersten Schwangerschaft lässt man sich leicht verunsichern von Ärzten und deren Meinungen. Die Ärztin, die mich operierte, meinte, mein Baby hatte die Nabelschnur um die Füße gewickelt, wie ein Bungeespringer hing er daran und eventuell war da der Grund für den Geburtsstopp. Ob das in den 4 Tagen passierte oder schon vorher so war, keine Ahnung. Vielleicht wäre es also so oder so auf einen Kaiserschnitt hinaus gelaufen. Ich habe mir darüber aber wirklich kaum Gedanken gemacht, sobald er auf der Welt war, zählte für mich nur noch, dass er gesund und munter ist. Alles andere rückt total in den Hintergrund und das ist auch gut so.
Letztens habe ich eine Doku zum Thema Kaiserschnitt und Trauma gesehen „Meine Narbe„. Es war erschütternd, die gezeigten Frauen waren stark traumatisiert und mir hat es gezeigt, dass ich zum Glück überhaupt kein Trauma davon getragen habe und auch mein Kind hat die Geburt laut Osteopathin gut verkraftet. Das lag einerseits daran, dass ich genug Zeit hatte mich darauf vorzubereiten als auch an der einfühlsamen Hebamme des Krankenhauses. (für die Wienerinnen: ich hab im St. Josef entbunden und kann es auch absolut weiterempfehlen). 
Demnächst erzähle ich euch von meiner Ernährung in der Schwangerschaft und Stillzeit und wie sich die ersten Tage und Wochen mit Baby abgespielt haben. Außerdem stelle ich euch den ersten Shop vor, der tolle Babykleidung verkauft. 

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Keine Kommntare

  • Antworten
    Anonym
    11. Dezember 2014 at 20:47

    Liebe Angie, hört sich anstrengend und etwas zermürbend an. Das gute an einer Geburt ist immer der wunderbare kleine Mensch, der einen für alles entschädigt. Meine erste Geburt hatte ich als ambulante Wassergeburt geplant. Nach 9 Tagen über den Termin, der Mann 450km weit weg habe ich den ganzen Tag mich nicht bewegt, weil ich sonst Wehen hatte. Dann als er endlich da war habe ich eine komplette Nacht ohne Ergebnis in der Wanne gesessen, dann mußte ich 2 Stunden in einer Teeküche (die Kreissäle waren komplett überfüllt) warten um dann mit einer Vollnarkose unsere tolle Tochter zu bekommen. Ambulant war damit auch gestorben und ich mußte 8 Tage in einem Dreierzimmer liegen. Am Mittwoch ist meine tolle Tochter 15 geworden und ich möchte keinen Augenblick vermissen 😉 LG und ich freue mich auf die nächsten Mamfred Posts…..

  • Antworten
    Kathrin
    13. Dezember 2014 at 17:10

    Liebe Angie, vielen Dank, dass du diese persönlichen Gedanken und Erlebnisse mit uns teilst. Ich liebe deine Babyposts und freue mich immer,wenn ich einen neuen auf dem Blog entdecke 🙂

  • Antworten
    mother and bride
    17. Januar 2016 at 02:35

    Es ist wirklich faszinierend, deinen Geburtsbericht zu lesen…
    10 Monate später, kam unser Krümelchen nach einer fast veganen Schwangerschaft im St. Josef Spital nach einer Einleitung (bei ET+11) mit einem sekundären Kaiserschnitt zur Welt… 😉
    LG aus Wien nach Wien 😉

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