Baby

{Vegan mit Baby} Meine (fast vegane) Schwangerschaft / Teil 1


Es ist Mittwoch und wie angekündigt, bedeutet das, es geht ums Baby (und nebenbei wird brav Essen für den Vegan Wednesday fotografiert). Heute möchte ich euch vom ersten und zweiten Trimester meiner Schwangerschaft erzählen, mal schauen, ob ich mich noch an alles Wesentliche erinnern kann – Sag mal Hallo an meine Leser, liebe Stilldemenz. 

Schwanger zu werden, war gar nicht so leicht wie ich mir das vorgestellt hatte. Fast ein Jahr hat es gedauert, bis der kleine Mampfi in mir anfing zu wachsen. Ich hatte sogar schon fast damit gerechnet, gar nie schwanger zu werden, man macht sich ja schnell mal Gedanken, wie es mit der eigenen Fruchtbarkeit bzw. der vom Partner so gestellt ist. 

Nachdem wir mit der Verhütung ausgesetzt hatten, hatte ich ein paar Monate meine Periode nicht mehr und eine Abklärung beim Gynäkologen ergab, dass ich zu viele männliche Hormone hatte. Als „Therapie“ wurden mir eine Gewichtsabnahme nahe gelegt und 3 Monate Anti-Baby-Pille verordnet. Danach sollte es klappen und trotz meiner Zweifel hat es das auch (sogar ohne ein paar Kilos weniger auf der Waage). Die Monate waren nach unserem Kretaurlaub Ende Juli vorbei und das erstaunlich schnell, obwohl ich davor dachte, sie würden nie vergehen und ich so unglaublich ungeduldig war, weil ich doch sofort und auf der Stelle schwanger oder noch besser gleich ein Baby im Arm haben wollte. Aber als die Zeit mal vergangen war, war es gar nicht mehr so drängend, dieses Gefühl ein Baby bekommen zu müssen.

Ich hab damit nicht mehr gerechnet, nicht mehr so sehr daran gedacht. Dann wurde ich krank, eine Erkältung, dachte ich. Kopfweh, Schwindel, etwas übel war mir. Meine Brüste taten komischerweise auch weh und eigentlich, wann hatte ich das letzte Mal meine Tage?? Könnte es sein? 

Ein Schwangerschaftstest aus dem Drogeriemarkt brachte Klarheit, schwanger! An dieser Stelle hätte ich von mir selbst erwartet völlig außer Haus vor Freude zu sein, aber meine Reaktion war mehr: „du veräppelst mich, oder?“. Da die anderen 3 Tests aus der Apotheke immer noch behaupteten, dass ich schwanger bin, lies ich den Gynäkologen mal nachschauen und als er mir gratulierte, glaubte ich es auch langsam (Mein Gynäkologe hat übrigens ausgesprochen locker auf meinen Hinweis, dass ich mich vegan ernähre, reagiert. Er meinte nur, dass sei kein Problem, solange alle meine Werte passen und das taten sie immer. Sogar mein Eisenwert war ok, dabei war dieser bei mir sonst immer zu niedrig).

Nicht krank, sondern schwanger. Ich war unglaublich froh, gleichzeitig aber auch voller Sorge, dass es nicht bleiben würde. Darum wollte ich es die ersten 12 Wochen lieber gar nicht erzählen. Neben meinem Freund und meiner Schwester wussten es meine lieben Mädels Cookie und Frau Schulz sogar noch vor meinen Eltern, das neue Wissen über meine Schwangerschaft und der erste Besuch von Frau Schulz bei mir in Wien fielen nämlich genau zusammen, geheimhalten war da schwer, zumal Schulzilein Bescheid wusste wie sehnlich ich mir ein Baby wünschte. Ihr Gesicht als ich mit der Sprache rausrückte werde ich nie vergessen, so süß. Das soll jetzt nicht so klingen, als ob mein Schatz und meine Schwester sich nicht gefreut hätten, ganz im Gegenteil. Aber ach, ich schweife ab…

ein bisschen schwanger

Die Monate 0 bis 4
Boah, war mir schlecht. Außerdem war ich sagenhaft müde, völlig antriebslos und schwindelig war mir auch ständig. Arbeiten zu gehen war eine echte Quälerei, vor allem solange keiner meiner Kollegen Bescheid wusste. In der Zeit bestanden meine Tage aus schlafen, arbeiten, heimkommen, schlafen, vielleicht mal was essen, wieder schlafen. Da mir von fast allen Gerüchten richtig schlecht wurde und mir selbst vor meinen Lieblingsspeisen ekelte, ernährte ich mich in der Zeit beinahe ausschließlich von Bananen, Weißbrot und Kartoffeln. 

Um Mängeln vorzubeugen nahm ich das Nahrungsergänzungsmittel Femibion 1 ein. Laut dem Hersteller ist es vegan, das Folgepräperat Femibion 2 enthält dann aber Fischöl. Wie auch schon vorher habe ich außerdem Vitamin D (im Winter) und Vitamin B12 supplementiert. Dem Baby sollte es ja an nichts fehlen.

In den ersten 4 Monaten nahm ich sogar ab statt zu, fast 2kg waren weg. Das sollte sich bald ändern…

Die Monate 5 bis 8
Ab der 17. Woche war der Übelkeitsspuk zum Glück vorbei. In den folgenden Wochen ging es mir großartig, fast so als wäre ich gar nicht schwanger. Es war entspannt, alle wussten Bescheid, in der Arbeit wurde ich verwöhnt (ich durfte quasi nicht mal mehr Briefumschläge tragen) und ich lies es mir gut gehen, zu gut.

Ich aß wie ein Scheunendrescher, bewegte mich kaum und bald waren viele, viele Kilos mehr auf der Waage. 

Der Bauch wurde dicker, der Platz für den Kater weniger 🙂


Meine Bequemlichkeit und mein ständiger Hunger führten recht bald dazu, dass ich statt zu veganem auch mal zu vegetarischem Essen griff. Im Restaurant gibt es nur Beilagensalat als vegane Speise? Dann doch lieber die Eiernockerl. Schwiegermutter hat Kuchen gebacken, da ist Ei drin? Ach, das eine Mal…Ja, so könnte man meine Einstellung in der Zeit zusammenfassen und sehr oft habe ich sie auch jetzt in der Stillzeit noch. 

Das traurige Ironie daran ist, dass ich mich schwanger mit Milchkühen viel besser identifizieren konnte und sie mir unglaublich leid taten, aber im Verdrängen bin ich ganz gut leider. Ich hätte es auch viel gesünder gefunden, nur vegan zu essen, aber Disziplin beim Essen war noch nie meine Stärke.

Heißhunger hatte ich aber kaum, am ehesten auf Erdbeeren und eine zeit lang auf Frischkäse und Sauerrahm. Fisch oder Fleisch interessierte mich absolut nicht, im Gegenteil es hat mich mehr als je zuvor angeekelt. 


Nächste Woche in Teil 2 erzähle ich euch von den letzten Monaten und der Geburt und in Teil 3 schreibe ich darüber was ich gern und oft gegessen habe, um mich gut mit allem Wichtigen zu versorgen. 

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Keine Kommntare

  • Antworten
    Missy Cookie
    26. November 2014 at 10:43

    So schön geschrieben und der kleine Mampfi, der dabei heraus kam wird der beste Hostesserich der Welt!

  • Antworten
    Alex backt
    26. November 2014 at 14:33

    Liebes Schwesterchen,

    so schön hast du die Zeit deiner Schwangerschaft beschrieben an die ich mich noch sehr gut erinnern kann. Vor allem als du mir mitgeteilt hast das du schwanger bist, ich bin zuhause in der Küche gehüpft vor Freude. Der kleine ist euch voll gelungen :-).

    lg
    Alex

  • Antworten
    Mama Mia
    27. November 2014 at 17:00

    Ach, ich lese so gern bei dir… ^^
    Ich wollte dich fragen ob du dieses Buch hier schon kennst:
    http://www.amazon.de/Vegane-K%C3%BCche-f%C3%BCr-Kinder-Entdecker/dp/3981462122
    Vegane Küche für Kinder, von der Breikost bis zur Kleinkindnahrung und den kleinen Mampfred. ^^
    Das wäre ganz bestimmt was für dich!
    Ich habs zuhause und hab gleich an dich gedacht, mit deinem Kleinen findest du darins icher viele Anregungen und was du an Rezepten danna uch späte rso versuchen kannst.
    GLG, MamaMia

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